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Pilgern - Teil 1

Holaaa meine Damen und Herren. Heute also alles über meine Pilgerreise auf der Ruta de la Plata (übersetzt Silberroute). Ja ich war schon sehr erleichtert als ich mich mit einem Tag Verspätung und einer Nacht am Busbahnhof von Sevilla endlich auf den Weg in Richtung meiner ersten Pilgerstation machen konnte. Knapp drei Stunden Busfahrt wurden natürlich gleich nochmal komplett durch geschlafen. Gegen 17 Uhr war ich dann an meinem Ziel, Merida, angekommen. So erstmal die Pilgerunterkunft suchen dachte ich mir, noch eine Nacht ohne feste Unterkunft wäre doch eher suboptimal gewesen und in der Tat ich musste nicht einmal lange suchen, in einem wunderschönen Park am Fluss lag die Albergue von Merida. Schnell wurde mir bewusst, dass ich die nächsten Tage wohl viel Deutsch hören würde. Aber ich glaube in diesem Moment war mir alles egal, schnell drückte ich die 6 Euro ab und holte mir dann den Stempel und ab gings in den Schlafsaal für 25 Leute, aber wie gesagt mir war in diesem Moment alles recht, ich war einfach froh meine erste Herberge auf dem Weg gefunden zu haben und ein sicheres Bett für die Nacht zu haben. Da machte es auch überhaupt nichts, dass die Herberge schon um 22 Uhr ihre Pforten schloss. Dies jedoch nicht, ohne dass ich zuvor einen ausgiebigen Spaziergang durch den Ort gemacht hatte. Das absolute Highlight des Tages, wenn auch nicht unbedingt positiv, war die Osternacht am Abend. Ich war froh, dass ich bereits eine Osternachtsfeier um 21 Uhr finden konnte. In einer kleinen Klosterkirche schien ein festlicher Rahmen gegeben zu sein die Auferstehung des Herrn zu feiern. Die Kirche war proppenvoll und ich freute mich über dieses Glück. Was dann folgte war mehr eine Comedyshow, als eine festliche Osternacht. Man mag mir die Ausdrucksweise verzeihen, aber ein leicht seniler Pfarrer und dazu eine sehr dominante Oberschwester waren die Zutaten dazu. Zunächst brannte der Pfarrer beim Anzünden der Osterkerze, dann wurde von der Oberschwester hektisch das Licht angeschaltet, während des Wortgottesdienstes funkte sie immer wieder in Lieder und Lesungen hinein – wie schon gesagt – alles andere als feierlich. Danach reichte es mir auch, beziehungsweise musste ich mich beeilen rechtzeitig wieder in der Herberge zu sein. Am Morgen des Ostersonntags sollte es dann endlich losgehen. Schon an der Herberge traf ich Felix, einen jungen Bayern, der mich auf den ersten Kilometern begleitete und mir viele nützliche Tipps für den weiteren Weg gab. Trotz einer langen Strecke auf einer Asphaltstrasse war der Weg an diesem Morgen wirklich herrlich. Vorbei an sanften Hügeln, einem wunderschönen See und kilometerlangen Weiden. Schon nach etwas mehr als 3 Stunden erreichte ich das Tagesziel und das ohne Blasen an den Füßen. Meine heutige Unterkunft teilte ich mir mit zwei Deutschen: Lothar und Martin. Dieses Gespann war wirklich reizend. Martin ein lustiger Franke, bereits im Rentenalter, der zu jeder Situation einen flotten Spruch auf den Lippen hatte und Lothar, der Familienvater aus Hannover, der ebenfalls für jeden Spaß zu haben war und zugleich die 30 Jahre, die zwischen uns lagen vergessen ließ. Ja innerhalb weniger Stunden hatte ich nun die Kerntruppe der Pilger auf diesem Abschnitt des Weges kennen gelernt. Von jung bis alt war wirklich alles dabei und bis auf zwei Franzosen und ein paar Spanier, die jedoch eher nochmal gesondert zu sehen waren, waren alle Deutsche. Der Nachmittag wurde in aller Ruhe in dem schönen Garten der Herberge verbracht. Wir genossen die Landatmosphäre, schauten uns die wunderschöne Dorfkirche an und zum guten Schluss gingen wir zusammen in die einzig geöffnete Dorfbar um dort zu speisen. Zu der Ehre dieses Essen zu organisieren, war ich am Mittag dank meiner Spanischkenntnisse gekommen. Die Barfrau, eine leicht burschikose und doch auf ihre Weise herzliche Frau, hatte mich zwar zunächst etwas zappeln lassen, mir dann aber doch grünes Licht für ein gemeinsames Mahl am Abend gegeben. Eine tolle Gemeinschaft war das und die anderen erheiterte es sehr zu sehen, wie die Bedienung zu mir kam und mich mit allerlei Fragen immer wieder leicht auf den Arm nehmen wollte. Nach ein paar Gläsern Wein und einem leckeren Essen gingen wir zufrieden zurück in die Herberge. Ja so toll kann Pilgern sein! Mehr gibt’s demnächst...
21.5.09 00:23
 


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