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DER APRIL

 

Wenn Spanier eine Sache können, dann mit Sicherheit Feste zelebrieren. Für gewöhnlich hat jedes dieser außergewöhnlichen Ereignisse einen religiösen Hintergrund, für den Durchschnittstouristen sind es wiederum eindrucksvolle und nicht selten befremdlich anmutende Höhepunkte ihres Andalusientrips. So ist es Monate im vor raus so gut wie aussichtslos in einem andalusischen Hotel oder Hostal nach einem freien Zimmer für die Karwoche zu fragen.

Ohne Zweifel war auch für mich der April der bisher sicherlich aufregendste Monat, die Karwoche, Pilgern auf dem Jakobsweg, Rockkonzert in Granada und und und. Aber mal von vorne angefangen: Los ging der April mit einem wunderschön sonnigen Wochenende, das für mich zugleich der Auftakt zu zwei Wochen Ferien war. Da war es keine Frage wie der erste Abend auszusehen hatte: Eine anständige Fiesta sollte es geben. Vorher ging es jedoch zum für Spanien typischen Bottelon. Ein Trend des Trinkens in einer Gruppe oder sagen wir besser Masse, der sich in Spanien Anfang der 90 er Jahre entwickelt hat und mittlerweile nur noch an einzelnen Stellen erlaubt ist. In Granada ist dies ein Platz zwischen Autobahn und einem Kaufhaus, also keinesfalls besonders stimmungsvoll. Nun waren wir an diesem Abend jedoch mit Carmen, meiner Tandempartnerin und einer Reihe ihrer Freunde, die an diesem Wochenende zu Besuch waren, dort und hatten doch reichlich Spaß. Was das Feiern angeht bin ich den Spaniern allerdings nach wie vor unterlegen. Als ich gegen 6 Uhr total übermüdet und ausgelaugt mein zu Hause ansteuerte dachten die lange noch nicht ans Aufhören und als ich immer noch leicht müde am nächsten Tag aufwachte waren meine spanischen Freunde schon wieder in einer Bar Tapas essen, manchmal fragt man sich wirklich wann die mal schlafen.

Eine Besonderheit war auch der Samstagabend.Rockkonzerte hatte ich in meinem Leben schon einige erlebt, aber ein Konzert in einer richtigen Stierkampfarena, das war mal was Besonderes. Nun ja nach 3 Stunden abrocken tat dann alles unterhalb der Hüfte ziemlich weh, aber es waren ja Ferien und ich konnte die nächsten Tage entspannen, dachte ich zumindest.

Mit dem Palmsonntag begannen die Prozessionen in der Stadt und nichts ging mehr im sonst schon immer lebhaften Stadtzentrum. Da zogen sie also an uns vorbei, diese eindrucksvollen Zeugnisse einer uralten Tradition, die auf faszinierende Kombination von Leidensdarstellung und unglaublichem Stolz und Anmut, den die Leute mit ihren Prozessionen verbinden. Ich glaube endgültig wird es einem Auswärtigen wohl nie gelingen die ganze Eigentümlichkeit dieses Brauchs zu erfassen. Aber jedem der in dieser Zeit nach Andalusien kommt, wird wohl diese einzigartige Atmosphäre auffallen müssen, die während der Semana Santa auf der Straße herrscht.

Dumm war nur, dass ich ausgerechnet in dieser Woche ein wenig krank wurde, was mich natürlich nicht davon abhielt mir dieses Spektakel anzuschauen. In einer Sache hatten die Spanier allerdings recht. Zur Semana Santa wird es immer nochmal etwas frischer und unbeständiger, zwar schien die ganze Woche über die Sonne, aber dazu gab es meist einen recht unangenehmen Wind.

Gott sei dank besserte sich mein Zustand im Laufe der Woche (war wohl alles auch mit Folge eines recht „wilden“ Fiesta Wochenendes gewesen ;-)) und ich konnte am Karfreitag mein Kontrastprogramm zum Studentenleben in Granada antreten: 1 Woche pilgern auf der Via de la Plata, der alten Römerstraße, die von Sevilla nach Santiago de Compostela führt und von immer mehr Pilgern als Alternativroute zum Camino Francais genutzt wird. Was spanische Zuverlässigkeit bedeutet musste ich nun mal wieder schmerzhaft erkennen. Hatte ich zuvor noch bei der Kathedrale in Sevilla angerufen und die Öffnungszeiten des Büros zur Ausstellung des Pilgerausweises erfragt, so musste ich bei meiner Ankunft in Sevilla feststellen, dass ich an diesem Tag hier keinen sogenannten Credencial mehr erhalten würde. Zwar ärgerte ich mich ziemlich über diese inkompetente Auskunft aber bald sah ich das ganze von einer anderen Seite aus: Mehr Zeit in Sevilla und hier gab es gerade an diesem Karfreitag nun wirklich genug zu sehen. Zufällig traf ich dann noch Christian, einen Kommilitonen aus Sankt Georgen.

Samstag ging es dann endlich los in Richtung Norden: Alle Pilgerberichte gibt’s dann nächste Woche

15.5.09 11:15
 
Letzte Einträge: Carneval auf spanisch, Pilgern - Teil 1 , Pilgern - Nr 2


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