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Ja es ist soweit - 1.7.2009 1.15 Uhr: der letzte Eintrag direkt aus Granada während meines Aufenthalts hier. Wie ich bereits schrieb ich hab mich richtig in die Stadt und ihre Leute verliebt, es wird also definitiv hart werden zu gehen - andererseits ist nach 6 Monate auch die Lust auf zu Hause wieder sehr groß. Jedenfalls wurde der letzte Tag hier so richtig zelebriert .Zunächst gab es einen Rundgang durchs Barrio, wo natürlich alles mit der Kamera festgehalten wurde, meine Casa, die Eckkneipe in der sich meist ältere Spanier zum Mittagsbier treffen, der nette Mann mit dem Kiosk um die Ecke, Mehmet mein Stammdöner, einfach alles. Danach wurde das Auto vollgeladen, letzte Souvenirs gekauft, sich von allerlei Leuten verabschiedet.

Den Abend verbrachten wir dann bei einem wunderbaren Sonnenuntergang in der Sierra, bevor es nochmals Tappas essen ging. Ja so geht ein aufregendes Jahr hier zu Ende , wahrscheinlich werden sich alle Eindrücke erst die nächsten Tage etwas setzen und somit bestimmt bald das Fernweh nach meiner 2. Heimat auftreten, somit werde ich versuchen auch die nächsten Tage den blog noch mit weiteren Einträgen und Eindrücken zu füttern

bis dahin erstmal ein hasta luego aus Granada

1.7.09 01:23


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Das Pilgern war sicherlich eine der wichtigsten Erfahrungen in diesem Jahr, schließlich ist Sinn eines Freijahres ja auch mal ein wenig Auszeit vom gewohnten zu haben. Während die ersten Tage wie ich berichtete durchaus lebhaft und man merkte wie richtig was los war auf dem Weg, waren meine zwei letzten Pilgertage richtig einsam, aber auch irgendwie wohltuend und wunderschön. Immer wieder wechselten sich Wolken und Sonne ab, es windete teilweise massiv und an beiden Tagen war ich am Ende gut erschöpft aber auch stolz auf mich, was natürlich direkt mit einem guten Abendessen belohnt wurde. Meine Reise endete an einer Bahnstation im gefühlten Nirgendwo der Extremadura. Auch wenn der Reiz ohne Zweifel vorhanden war weiter zu laufen freute ich mich auch zurückzukehren nach Granada – ja nochmal ging eine neue Phase des Jahres los. Immer mehr Zeit verbrachten wir draußen, wenngleich auch alles nun ein wenig ruhiger. Matthias, meinen Studienkollegen aus Sankt Georgen hatte ich mit meiner Pilgerreise endgültig mit in den Bann des Pilgerns gezogen, wobei man sogar sagen muss, dass die Idee ursprünglich von ihm ausging. Im Gegensatz zu mir war sein Plan jedoch den kompletten Camino Francais von Pamplona aus zu gehen. Somit waren die gemeinsamen Tage in Granada schon jetzt Ende April deutlich begrenzt, schließlich sollte es für ihn schon Anfang Juni losgehen. Wer Granada so richtig erleben will und nicht gerade zur völlig überlaufenene Semana Santa in die Stadt kommen will, der hat im Mai und Juni viel Freude hier. Ja es war wirklich so, jetzt wo ich langsam die Wochen, die mir noch hier blieben zählen konnte, dass ich mich endgültig in diese Stadt verliebte. Die Fiesta de las Cruzes, wo in der ganzen Stadt liebevolle Blumenaltäre hergerichtet wurden, die kleinen Mädchen in Flamencokleidern durch die Stadt liefen und in fast jeder Bar ein standesgemäße Fiesta stattfand, eröffnete diesen Reigen.

Ja die Stimmung war nun wahrhaft einzigartig - morgen mehr dazu und zum Abschied aus Granada . ein guter Tag bliebt mir noch , die Koffer sind gepackt - also bis dann - beste Grüße aus Granada

30.6.09 01:20


Pilgern - Nr 2

halli hallo, so nun ist wirklich der letzte Monate hier angebrochen, die  Klausuren stehen unmittelbar bevor, der letzte Besuch hat sich angekuendigt  und bald heisst es Abschiednehmen. Bis dahin gibt es noch viel zu berichten. Zunaechst unternehmen wir aber nochmal eine Zeitreise in den April. Wie ich schon sagte war mein "Pilgereinstand" durchaus gelungen. Auch mein  zweiter Tag (Ostermontag) verlief ohne groessere Probleme. In der Morgendaemmerung aufgebrochen, bot sich mir fast den kompletten Weg (knapp 20 km) die Schoenheit und Vielfalt der extremadurischen Landschaft dar. Nicht einmal kam  ich an einem Ort oder einer Strasse vorbei.  Doch auch heute traf man in regelmaessigen Abstaende die Leute aus der Herberge, so richtig einsam wurde es also nicht. Schon kurz nach 12 traf ich am heutigen Ettapenziel, einem Kloster, das idylisch am Ortsrand eines kleinen Ortes gelegen war. Noch vor der Siesta bot man uns einen kleinen Mittagssnack an und dann hiess es sich in den wunderschoenen Garten fuer einen ausgiebigen Mittagsschlaf zu legen. Das Abendessen fand dann in einem großen Gemeinschaftssaal statt. Heute waren es eine große Menge mehr Pilger, ich hatte den Eindruck so viele, dass selbst die Brüder etwas überfordert schienen, ist es doch so, dass man in anderen Monaten fast schon damit rechnen kann die Herberge für sich allein zu haben. In dem wohl größten Schlafraum, den ich je gesehen habe (60 Leute finden hier bestimmt bestens Platz) ging es dann noch recht heiter zu, hier traf ich zu meinem Überraschen einen Mann der lange Zeit in Oberursel gearbeitet hatte. Morgen sollte es dann direkt weiter gehen in die Provinzhauptstadt Caceres, mal wieder etwas mehr Stadtleben, darauf freute ich mich schon....
9.6.09 13:14


Pilgern - Teil 1

Holaaa meine Damen und Herren. Heute also alles über meine Pilgerreise auf der Ruta de la Plata (übersetzt Silberroute). Ja ich war schon sehr erleichtert als ich mich mit einem Tag Verspätung und einer Nacht am Busbahnhof von Sevilla endlich auf den Weg in Richtung meiner ersten Pilgerstation machen konnte. Knapp drei Stunden Busfahrt wurden natürlich gleich nochmal komplett durch geschlafen. Gegen 17 Uhr war ich dann an meinem Ziel, Merida, angekommen. So erstmal die Pilgerunterkunft suchen dachte ich mir, noch eine Nacht ohne feste Unterkunft wäre doch eher suboptimal gewesen und in der Tat ich musste nicht einmal lange suchen, in einem wunderschönen Park am Fluss lag die Albergue von Merida. Schnell wurde mir bewusst, dass ich die nächsten Tage wohl viel Deutsch hören würde. Aber ich glaube in diesem Moment war mir alles egal, schnell drückte ich die 6 Euro ab und holte mir dann den Stempel und ab gings in den Schlafsaal für 25 Leute, aber wie gesagt mir war in diesem Moment alles recht, ich war einfach froh meine erste Herberge auf dem Weg gefunden zu haben und ein sicheres Bett für die Nacht zu haben. Da machte es auch überhaupt nichts, dass die Herberge schon um 22 Uhr ihre Pforten schloss. Dies jedoch nicht, ohne dass ich zuvor einen ausgiebigen Spaziergang durch den Ort gemacht hatte. Das absolute Highlight des Tages, wenn auch nicht unbedingt positiv, war die Osternacht am Abend. Ich war froh, dass ich bereits eine Osternachtsfeier um 21 Uhr finden konnte. In einer kleinen Klosterkirche schien ein festlicher Rahmen gegeben zu sein die Auferstehung des Herrn zu feiern. Die Kirche war proppenvoll und ich freute mich über dieses Glück. Was dann folgte war mehr eine Comedyshow, als eine festliche Osternacht. Man mag mir die Ausdrucksweise verzeihen, aber ein leicht seniler Pfarrer und dazu eine sehr dominante Oberschwester waren die Zutaten dazu. Zunächst brannte der Pfarrer beim Anzünden der Osterkerze, dann wurde von der Oberschwester hektisch das Licht angeschaltet, während des Wortgottesdienstes funkte sie immer wieder in Lieder und Lesungen hinein – wie schon gesagt – alles andere als feierlich. Danach reichte es mir auch, beziehungsweise musste ich mich beeilen rechtzeitig wieder in der Herberge zu sein. Am Morgen des Ostersonntags sollte es dann endlich losgehen. Schon an der Herberge traf ich Felix, einen jungen Bayern, der mich auf den ersten Kilometern begleitete und mir viele nützliche Tipps für den weiteren Weg gab. Trotz einer langen Strecke auf einer Asphaltstrasse war der Weg an diesem Morgen wirklich herrlich. Vorbei an sanften Hügeln, einem wunderschönen See und kilometerlangen Weiden. Schon nach etwas mehr als 3 Stunden erreichte ich das Tagesziel und das ohne Blasen an den Füßen. Meine heutige Unterkunft teilte ich mir mit zwei Deutschen: Lothar und Martin. Dieses Gespann war wirklich reizend. Martin ein lustiger Franke, bereits im Rentenalter, der zu jeder Situation einen flotten Spruch auf den Lippen hatte und Lothar, der Familienvater aus Hannover, der ebenfalls für jeden Spaß zu haben war und zugleich die 30 Jahre, die zwischen uns lagen vergessen ließ. Ja innerhalb weniger Stunden hatte ich nun die Kerntruppe der Pilger auf diesem Abschnitt des Weges kennen gelernt. Von jung bis alt war wirklich alles dabei und bis auf zwei Franzosen und ein paar Spanier, die jedoch eher nochmal gesondert zu sehen waren, waren alle Deutsche. Der Nachmittag wurde in aller Ruhe in dem schönen Garten der Herberge verbracht. Wir genossen die Landatmosphäre, schauten uns die wunderschöne Dorfkirche an und zum guten Schluss gingen wir zusammen in die einzig geöffnete Dorfbar um dort zu speisen. Zu der Ehre dieses Essen zu organisieren, war ich am Mittag dank meiner Spanischkenntnisse gekommen. Die Barfrau, eine leicht burschikose und doch auf ihre Weise herzliche Frau, hatte mich zwar zunächst etwas zappeln lassen, mir dann aber doch grünes Licht für ein gemeinsames Mahl am Abend gegeben. Eine tolle Gemeinschaft war das und die anderen erheiterte es sehr zu sehen, wie die Bedienung zu mir kam und mich mit allerlei Fragen immer wieder leicht auf den Arm nehmen wollte. Nach ein paar Gläsern Wein und einem leckeren Essen gingen wir zufrieden zurück in die Herberge. Ja so toll kann Pilgern sein! Mehr gibt’s demnächst...
21.5.09 00:23


DER APRIL

 

Wenn Spanier eine Sache können, dann mit Sicherheit Feste zelebrieren. Für gewöhnlich hat jedes dieser außergewöhnlichen Ereignisse einen religiösen Hintergrund, für den Durchschnittstouristen sind es wiederum eindrucksvolle und nicht selten befremdlich anmutende Höhepunkte ihres Andalusientrips. So ist es Monate im vor raus so gut wie aussichtslos in einem andalusischen Hotel oder Hostal nach einem freien Zimmer für die Karwoche zu fragen.

Ohne Zweifel war auch für mich der April der bisher sicherlich aufregendste Monat, die Karwoche, Pilgern auf dem Jakobsweg, Rockkonzert in Granada und und und. Aber mal von vorne angefangen: Los ging der April mit einem wunderschön sonnigen Wochenende, das für mich zugleich der Auftakt zu zwei Wochen Ferien war. Da war es keine Frage wie der erste Abend auszusehen hatte: Eine anständige Fiesta sollte es geben. Vorher ging es jedoch zum für Spanien typischen Bottelon. Ein Trend des Trinkens in einer Gruppe oder sagen wir besser Masse, der sich in Spanien Anfang der 90 er Jahre entwickelt hat und mittlerweile nur noch an einzelnen Stellen erlaubt ist. In Granada ist dies ein Platz zwischen Autobahn und einem Kaufhaus, also keinesfalls besonders stimmungsvoll. Nun waren wir an diesem Abend jedoch mit Carmen, meiner Tandempartnerin und einer Reihe ihrer Freunde, die an diesem Wochenende zu Besuch waren, dort und hatten doch reichlich Spaß. Was das Feiern angeht bin ich den Spaniern allerdings nach wie vor unterlegen. Als ich gegen 6 Uhr total übermüdet und ausgelaugt mein zu Hause ansteuerte dachten die lange noch nicht ans Aufhören und als ich immer noch leicht müde am nächsten Tag aufwachte waren meine spanischen Freunde schon wieder in einer Bar Tapas essen, manchmal fragt man sich wirklich wann die mal schlafen.

Eine Besonderheit war auch der Samstagabend.Rockkonzerte hatte ich in meinem Leben schon einige erlebt, aber ein Konzert in einer richtigen Stierkampfarena, das war mal was Besonderes. Nun ja nach 3 Stunden abrocken tat dann alles unterhalb der Hüfte ziemlich weh, aber es waren ja Ferien und ich konnte die nächsten Tage entspannen, dachte ich zumindest.

Mit dem Palmsonntag begannen die Prozessionen in der Stadt und nichts ging mehr im sonst schon immer lebhaften Stadtzentrum. Da zogen sie also an uns vorbei, diese eindrucksvollen Zeugnisse einer uralten Tradition, die auf faszinierende Kombination von Leidensdarstellung und unglaublichem Stolz und Anmut, den die Leute mit ihren Prozessionen verbinden. Ich glaube endgültig wird es einem Auswärtigen wohl nie gelingen die ganze Eigentümlichkeit dieses Brauchs zu erfassen. Aber jedem der in dieser Zeit nach Andalusien kommt, wird wohl diese einzigartige Atmosphäre auffallen müssen, die während der Semana Santa auf der Straße herrscht.

Dumm war nur, dass ich ausgerechnet in dieser Woche ein wenig krank wurde, was mich natürlich nicht davon abhielt mir dieses Spektakel anzuschauen. In einer Sache hatten die Spanier allerdings recht. Zur Semana Santa wird es immer nochmal etwas frischer und unbeständiger, zwar schien die ganze Woche über die Sonne, aber dazu gab es meist einen recht unangenehmen Wind.

Gott sei dank besserte sich mein Zustand im Laufe der Woche (war wohl alles auch mit Folge eines recht „wilden“ Fiesta Wochenendes gewesen ;-)) und ich konnte am Karfreitag mein Kontrastprogramm zum Studentenleben in Granada antreten: 1 Woche pilgern auf der Via de la Plata, der alten Römerstraße, die von Sevilla nach Santiago de Compostela führt und von immer mehr Pilgern als Alternativroute zum Camino Francais genutzt wird. Was spanische Zuverlässigkeit bedeutet musste ich nun mal wieder schmerzhaft erkennen. Hatte ich zuvor noch bei der Kathedrale in Sevilla angerufen und die Öffnungszeiten des Büros zur Ausstellung des Pilgerausweises erfragt, so musste ich bei meiner Ankunft in Sevilla feststellen, dass ich an diesem Tag hier keinen sogenannten Credencial mehr erhalten würde. Zwar ärgerte ich mich ziemlich über diese inkompetente Auskunft aber bald sah ich das ganze von einer anderen Seite aus: Mehr Zeit in Sevilla und hier gab es gerade an diesem Karfreitag nun wirklich genug zu sehen. Zufällig traf ich dann noch Christian, einen Kommilitonen aus Sankt Georgen.

Samstag ging es dann endlich los in Richtung Norden: Alle Pilgerberichte gibt’s dann nächste Woche

15.5.09 11:15


Granada im Februar: der andalusische Frühling beginnt


Ihr lieben...

auf mehrfachen Wunsch habe ich den Aufbau der Seite etwas geändert, um das Lesen zu erleichtern. Wie ihr merkt ist wieder etliche Zeit vergangen seit dem letzten Eintrag - ja die Zeit rast wirklich in windeseile und es ist wie immer kaum möglich auf all die schönen Ereignisse einzugehen, die ich hier erleben durfte.
Mittlerweile sind wir hier schon mitten im Sommersemester, beziehungsweise haben gerade Osterferien.
Der andalusische Frühling ist schon ziemlich vorrangeschritten,denn während wir hier im Januar ja doch ganz schön gefröstelt haben, ging es mit Beginn des Februars deutlich bergauf mit dem Wetter. Es hatte etwas von einem Dejavu-Erlebnis.

In der Woche vom 9.-13. Februar, einer der zwei freien Wochen zwischen Winter- und Sommersemester
besuchte ich nochmals einen Kurs in meiner Sprachschule. Es machte richtig Freude nochmal ein bischen an der Sprache zu pfeilen und dabei nochmal neue Leute und Lehrer kennenzulernen, in den Pausen konnten wir uns dank der einsetzenden Wärme schon wieder auf den nahegelegenen Plaza Nueva in die Sonne setzen.

Ja die Erinnerungen
an den Sommer kamen hoch - diese Woche war wirklich so etwas wie der Auftakt zu meinem zweiten Teil des Aufenthaltes - es kam mir so vor als würde ich aus meinem ganz persönlichen Winterschlaf erwachen ;-) - denn die Wochen zuvor hatte ich doch sehr viel Zeit in der Wohnung verbracht (natürlich auch mit Lernen).

Mein Kurs hätte kaum internationaler sein können: eine Polin, eine Italienerin, eine Britin, eine Finnin, ein Holänder, eine junger Mann aus Simbawe und meine Wenigkeit. Ja sowas macht einen solchen Sprachkurs aus, junge Leute aus aller Welt, offen und wissensbegierig. Langweilig wurde es in der Woche wirklich nicht, fast ein bischen schade,
dass es diesmal nur eine war, aber die Uni rief. Zum Abschluss der Kurswoche gingen wir an diesem Abend
noch mit unserem Sprachlehrer Tappas essen. Ein sehr schöner Ausklang. Aber damit hatte es sich noch nicht, schließlich hatte Matthias (der andere Sankt Georgener Student, der das Jahr in Granada verbringt) einige Tage zuvor Geburtstag gehabt und somit musste dies noch etwas gefeiert werden.
Also ging es ins Camborio - eine Diskothek in einer der Höhlen des sogenannten Sacromonte mit Terasse und
wunderbarem Blick auf die Alhambra. Ja auch ein Disco Besuch kann hier in Granada etwas ganz besonderes haben.
Die Zeiten der Spanier um richtig in Feierlaune zu geraten sind durchaus gewöhnungsbedürftig - vor 3 Uhr macht sich hier eigentlich niemand ernsthaft in eine Diskothek auf. Dass es sich an diesem Abend trotzdem mal wieder gelohnt hatte so lange durchzuhalten kann man allerdings mit gutem Recht behaupten. so lernten wir doch tatsächlich noch zwei ausgeflippte Spanierinnen kennen, was ja nun wirklich nicht alle Tage geschieht.
Eine Freundschaft, die sich bis jetzt gehalten hat. Ja der Februar hatte so einiges zu bieten hier, tolles
Wetter - mehr Kontakt zu Spaniern und natürlich nicht zu vergessen ein neues Semester mit ganz neuen
Herausforderungen. Mehr gibts nach nächster Woche - jetzt bin ich erstmal für ein paar Tage weg - einige
Etappen des Jakobsweges zwischen Sevilla und Santiago liegen vor mir und auf die Erfahrungen bin ich sehr gespannt, alles darüber werde ich dann auch bloggen. Bis dahin frohe Ostertage euch!!

9.4.09 19:21


Carneval auf spanisch

 

Auch in meinem Auslandsjahr wollte ich nicht auf das Karnevalfeiern verzichten, da bot es sich natürlich an, das von Granada aus gleich mehre Fahrten zum größten Karneval in Spanien, dem Carneval de Cadiz organisiert wurden. Los gehen sollte es Samstag um 11 Uhr und die Rückkehr war für Sonntag Mittag geplant – ein 24 Stundentrip, der es in sich haben sollte. Aber zunächst hieß es erstmal Verkleidung besorgen, was auch relativ schnell ging. Erst fand ich eine richtig lustige Chinesenmaske im Kaufhaus und dann musste ich nur noch in den Chinaladen, mir einen chinesischen Lampion kaufen und aus diesem einen Chinesenhut basteln – das perfekte Kostüm;-)

Die Busfahrt nach Cadiz war dann doch überraschend ruhig, aber sehr schön bei strahlend blauem Himmel an den weißen Dörfern Andalusiens vorbei bis an die Atlantikküste. Die Abendsonne genossen wir an der wunderbaren Promenade hinter der Kathedrale. Ständig fuhren Autos vorbei und bewunderten die Kostüme derer die sich an der Promenade versammelt hatten. Es war schon eine tolle Stimmung, aus ganz Andalusien waren Studenten gekommen um zu feiern und sie mischten sich zudem viele Einheimische, ja sogar Senioren waren bei dem bunten Treiben dabei und wundervoll verkleidete Kinder, die ebenfalls bis spät in die Abendstunden in den Straßen der Stadt zu finden war. Alles in allem ein sehr buntes Treiben verbunden mit dem andalusischen Temperament vieler Leute. Bei diesem zweifellos sehr eindrucksvollen Treiben darf man jedoch nicht vergessen, dass ein über 15 stündiger Aufenthalt ohne Schlafplatz doch sehr anstrengend werden kann. So zog sich der zweite Teil der Nacht doch gewaltig und wir hätten nichts dagegen einwenden können, wenn wir etliche Stunden früher nach Granada zurückgekehrt wären. Aber auch diese Zeit ließ sich in den etlichen Pubs und Diskotheken der Stadt irgendwie überbrücken. Als wir dann am nächsten Morgen total übernächtigt zu unserem Bus schlenderten, mussten wir feststellen, dass diese Idee zur gleichen Zeit auch alle anderen auswärtigen Studenten hatten. Eine wahr Tortur begann, als wir dutzende Busse abklappern um den richtigen zu finden. Als wir nach Granada zurückkehrten war es schon Nachmittag, wir waren fix und alle, aber letztlich konnten wir doch sagen beim größten Karneval Spaniens mitgemacht zu haben und das war es dann doch wert.

28.2.09 23:15


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Lex
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